JSF 2-2019 i

Präventionstag Demokratieförderung ausbauen BZgA Rückläufiger Alkoholkonsum bei Jugendlichen Die neuen Studienergebnisse der Bundes- zentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de ) „Der Alkoholkonsum Jugend- licher und junger Erwachsener in Deutsch- land 2018“ zeigen, dass aktuell 8,7 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren regelmäßig, also mindestens ein- mal wöchentlich, Alkohol konsumieren. Das ist ein historisch niedriger Stand. In dieser Altersgruppe lag dieser Wert im Jahr 2004 noch bei 21,2 Prozent. Unter jungen Er- wachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren geben aktuell 33,4 Prozent an, regelmäßig Alkohol zu trinken. Dies ist ein seit dem Jahr 2014 gleichbleibender Wert. Ausgehend vom Jahr 2004 mit 43,6 Prozent ist eine langfristig rückläufige Entwicklung zu beobachten. Rauschtrinken Der Anteil 12- bis 17-jähriger Jugendlicher, die sich im letzten Monat in einen Rausch getrunken haben, ist mit aktuell 13,6 Prozent seit mehreren Jahren relativ konstant. Im Jahr 2004 waren es noch 22,6 Prozent. (JSF) 5 3/2015 JUGENDSCHUTZ FORUM O 3 2 9 Aktuelles NRW Mehr Psychologen an Schulen Katholische Kirche Institut zur Aufarbeitung von sexueller Gewalt Ein neues Institut der katholischen Kirche in Deutschland soll einheitliche Standards bei der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs entwickeln. Das „Institut für Prävention und Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt“ (IPA) solle mit Wissenschaftlern, Fachorganisatio- nen, Präventionsexperten und Betroffenen von sexualisierter Gewalt zusammenarbei- ten, teilten die Bistümer Trier und Köln mit. Das IPA werde zum 15. September im rheinland-pfälzischen Lantershofen seine Arbeit aufnehmen und vom bisherigen Inter- ventionsbeauftragten des Erzbistums Köln, Oliver Vogt, geleitet werden. (JSF) Drogenbeauftragte Marlene Mortler wechselt ins Europaparlament Die Drogenbeauftrag- te der Bundesregie- rung, Marlene Mortler (63, CSU), wechselt ins Europäische Parla- ment. Bei der EU-Wahl am 26. Mai konnte sie ein Mandat erringen. Ihr Amt als Drogenbe- auftragte hat sie nun genauso aufgegeben wie ihr Bundestagsmandat. Wer ihre Nachfol- ge antreten wird, steht noch nicht fest. (JSF) Studie „Großstadtkinder in Teilen wenig sozial“ Katholische LAG Verjährung bei Missbrauch aufheben Die Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW hat eine Aufhebung der strafrechtlichen Verjährungs- fristen bei sexuellem Missbrauch gefordert. Dafür müsse sich die Landesregierung ebenso stark machen wie für eine Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz, heißt es in einer Mitte Juni veröffentlichten Stellung- nahme an den nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf. Im Landesparlament wird derzeit über ein Maßnahmenpaket zum besseren Schutz von Kindern und Jugend- lichen vor Missbrauch beraten. Die Miss- brauchsopfer seien häufig erst Jahrzehnte später in der Lage, über ihre schlimmen Er- fahrungen zu sprechen, heißt es weiter. Die Straftaten seien dann teilweise verjährt. Das gelte auch für viele Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. (JSF) www.thema-jugend.de / www.katholisch.de Der Deutsche Präventionstag fordert in einer Berliner Erklärung dazu auf, sich für dauerhafte Strukturen einer vielfältigen und zivilgesellschaftlich verankerten Radikalisie- rungsprävention und Demokratieförderung einzusetzen. „Alle politisch Verantwortlichen müssen sich stärker und nachhaltiger als bislang mit dem Verhältnis zwischen demokratischer Ge- sellschaftsordnung und der Prävention von Extremismus, Gewalt- und anderer erheb- licher Kriminalität beschäftigen“, sagt Erich Marks, Geschäftsführer des Deutschen Präventionstages. „Das ist notwendig, gerade in Hinblick auf aktuelle gesellschaft- liche Entwicklungen: wie der zunehmende Rechtsextremismus und -populismus, die wiederkehrenden Angriffe und Anschläge gewaltorientierter Islamisten und die Aus- schreitungen gewaltbereiter Linksextremis- ten.“ (JSF) www.praeventionstag.de Mehr Psychologen, Sozialpädagogen und konsequentes Anzeigen sollen helfen, Gewalt und Extremismus an nordrhein-westfälischen Schulen zurückzudrängen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) legte kürzlich in Düs- seldorf einen Maßnahmenplan vor. Anlass für verstärkte Gewaltprävention waren Amok- läufe an Schulen, die in den vergangenen Jahren in Deutschland und anderen Ländern für Erschütterung gesorgt hatten. (JSF) Ein Fünftel der Kinder und ein Drittel der Jugendlichen in deutschen Großstädten ticken nach einer Studie nur wenig sozial. In der Untersuchung der Universität Biele- feld (Studienleiter: Professor Holger Ziegler) im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung waren dafür von Dezember 2018 bis Februar 2019 in Berlin, Köln und Leipzig rund 1000 Großstadtkids und ihre Eltern gefragt wor- den. Aus den Antworten der 6- bis 16-Jäh- rigen für die Bereiche Empathie, Solidarität, Gleichgültigkeit und Ablehnung errechneten sie eine Quote für Gemeinschaftssinn. Jungen schnitten dabei schlechter ab als Mädchen. Für große Städte in Deutschland halten Forscher ihre Ergebnisse für reprä- sentativ. Die Befragten sollten Aussagen wie „Es macht mich traurig, wenn es anderen Kindern schlecht geht“ oder „Wir nehmen in unserer Gesellschaft zu viel Rücksicht auf Versager“ auf einer Skala zustimmen oder ablehnen. (JSF) Die Bepanthen-Kinderförderung wurde im Juni 2008 von der Bayer Vital GmbH ge- gründet und engagiert sich für die Belange von Kindern und Jugendlichen in Deutsch- land. Das Engagement umfasst eine jähr- liche Geldspende für das Kinderhilfsprojekt „Die Arche e.V.“ sowie auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnittene Förderprogram- me. www.kinderförderung.bepanthen.de Aktuelle Nachrichten zum Jugend- schutz finden Sie immer auf jugendschutz-info.de

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