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Statistisches Bundesamt 61.400 Inobhutnahmen im Jahr 2017 Im Jahr 2017 nahmen die Jugendämter in Deutschland rund 61.400 vorläufige Maßnah- men zum Schutz von Kindern und Jugendlichen (Inobhutnahmen) vor. Wie das Statisti- sche Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden die Inobhutnahmen überwiegend von sozia- len Diensten und Jugendämtern (58 Prozent) angeregt. In 17 Prozent aller Fälle hatten Kinder und Jugendliche selbst Hilfe beim Jugendamt gesucht. Bei weiteren 14 Prozent der Inobhutnahmen machten Polizei oder Ordnungsbehörden auf die Problemsituation aufmerksam, in 6 Prozent die Eltern(teile) der betroffenen Minderjährigen. Die übrigen Schutzmaßnahmen (5 Prozent) erfolgten aufgrund von Hinweisen anderer, zum Beispiel von Ärztinnen oder Ärzten, Lehrpersonal oder Verwandten. (JSF) www.destatis.de Verfassungswidrige Symbolik in PC-Spielen Medienanstalt fordert öffentliche Debatte Lothar Hay, der Vorsitzende des Medienrats der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Hol- stein (MA HSH), fordert eine breite öffentli- che Debatte darüber, ob und unter welchen Voraussetzungen Kennzeichen verfas- sungswidriger Organisationen in Video- und Computerspielen verwendet werden dürfen. Anlass ist die Verfahrensänderung bei der Altersfreigabe von Computerspielen durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) – siehe oben. Danach können USK- Prüfgremien nun auch für solche Video- und Computerspiele Altersfreigaben vergeben, die Kennzeichen verfassungswidriger Orga- nisationen wie Hakenkreuz oder Hitlergruß enthalten. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass sie in einem „sozialadäquaten Kontext“ verwendet werden und beispielsweise das Zeitgeschehen kritisch aufarbeiten. Hay kritisiert, dass im Vorwege der Ver- fahrensänderung weder in der Gesellschaft noch im parlamentarischen Bereich in ange- messenem Umfang eine öffentliche Debatte darüber stattgefunden habe. Dies sei der Brisanz des Themas nicht angemessen. „Die Landesmedienanstalten werden die künftige Freigabepraxis der USK sehr genau beob- achten, um einer schleichenden Akzeptanz von verfassungswidriger Symbolik vorzu- beugen“ sagte Hay. Quelle: www.ma-hsh.de 5 3/2015 JUGENDSCHUTZ FORUM O 3 8 Aktuelles Kinderschutz Mehr Hinweise auf Kinderpornografie Beim Bundeskriminalamt (BKA) und den Beschwerdestellen sind 2017 mehr als doppelt so viele Hinweise auf kinderporno- grafische Inhalte im Internet eingegangen wie im Jahr davor. Wie Zeitungen meldeten (6. September), gehe dies aus dem jährli- chen Bericht des Bundesjustizministeriums hervor. Die meisten Hinweise kamen von Bürgern, die sich an Beschwerdestellen etwa der Internetwirtschaft wandten. Bei einem Teil der Hinweise konnte das BKA nicht handeln, etwa weil Inhalte nicht mehr abrufbar waren, der Standort des Servers nicht ermittelt werden konnte oder es keine ausreichende Kooperation mit einem an- deren Land gab. Bei den allermeisten (84 Prozent) der verbleibenden 5938 Fälle ging es um Inhalte auf Servern im Ausland. (JSF) Bundesprüfstelle Album von Kollegah und Farid Bang indiziert Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) in Bonn hat entschieden: CD und Fanbox von „Jung Brutal Gutausse- hend 3“ der Düsseldorfer Rapper Kollegah und Farid Bang werden indiziert – ein- schließlich des Skandal-Titels „0815“ mit einer provokanten Passage über „Ausch- witz-Insassen“. Das Album gilt jetzt als ju- gendgefährdendes Medium. (JSF) ZDF Versehentlich Film „The Hunted“ gezeigt Mitte August strahlte das ZDF auf seinem Kanal ZDFneo den Martial-Arts-Film „The Hunted – Der Gejagte“ aus. Dabei hätte die- ser Film eigentlich nie gezeigt werden dür- fen. Die ungekürzte Version des Streifens, die auf ZDFneo zu sehen war, ist nämlich seit 1997 indiziert. Nun räumte der Sender seine Programmpanne ein. „Das hatten wir noch nie!“, erklärte Karin Breckwoldt, Jugendschutzbeauftragte des ZDF, gegen- über „TV Spielfilm“. „Wir haben einen Fehler gemacht, wir haben einen indizierten Film ausgestrahlt.“ Schuld daran ist wohl eine Mi- schung aus Missverständnis und Schluderei bei der Programmplanung in Mainz. (JSF) Entscheidung des Jugendministeriums NRW Hakenkreuze in PC-Spielen Diese hatte sich laut der Onlineseite der Rhei- nischen Post (rp-online.de) im Mai geweigert, für ein Hakenkreuz im Browserspiel „Bundes- fighter II Turbo“ Ermittlungen aufzunehmen. Die Entscheidung sei in einem Einzelfall ge- troffen worden, hieß es aus dem Ministerium. An der grundsätzlichen Strafbarkeit ändere dies nichts. Nun die 180-Grad-Wende: Spiele mit verfassungsfeindlichen Symbolen dürfen ab sofort bei der USK eingereicht werden. (JSF) www.usk.de Seite 1 von 6 about:blank 28.09.18, 13:30 Seite 1 von 6 about:blank Vorläufige Schutzmaßnahmen 2017 nach Anregenden der Maßahme in Prozent Zwanzig Jahre lang waren Computerspiele mit Hakenkreuzen verboten, nun änderte das Jugendministerium NRW seine Ansicht. Games werden damit gegenüber anderen Medien rechtlich nicht mehr benachteiligt. Die oberste Landesjugendbehörde NRW (Jugendministerium) als federführende Auf- sichtsstelle über die USK (Unterhaltungs- software Selbstkonrolle) zeigte sich zu- nächst unbeeindruckt von der Entscheidung der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart.

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