JSF 3-2019 i

Prävention Daniela Ludwig neue Drogenbeauftragte Daniela Ludwig (44, CSU) ist neue Beauf- tragte der Bundesregierung für Drogen- fragen. Sie tritt damit die Nachfolge von Marlene Mortler (CSU) an, die im Mai ins Europaparlament gewählt wurde. Ludwig wurde vom CSU-Landesgruppenchef Alex- ander Dobrindt und vom CSU-Vorsitzenden Markus Söder für das Amt nominiert. Die Drogenbeauftragte ist dem Geschäftsbe- reich des Bundesministeriums für Gesund- heit zugeordnet. (JSF) Cybermobbing Öfter Opfer und Täter als andere Europäer Forscher mehrerer europäischer Länder haben sich angesehen, wie oft sozioöko- nomisch benachteiligte Jugendliche Opfer und Täter von Cybermobbing werden. Deutschland belegt in der nicht repräsen- tativen Erhebung, aus der unlängst bei focus.de berichtet wurde, einen „traurigen Spitzenplatz“. Die Forscher rätseln, warum das so ist. In Deutschland verbringen 76 Prozent der 14- bis 16-Jährigen täglich drei bis fünf Stunden im Internet, in Großbritannien sind es nur 67, in Italien 58 Prozent. Von einer unangenehmen Erfahrung im World Wide Web berichteten von 100 immerhin 37 deutsche Schüler, in den Niederlanden nur elf. Hierzulande haben 22 Prozent einem anderen Menschen online nach eigener Aussage einen Schaden zugefügt, in Italien waren es neun, in den Niederlanden zwei Prozent. Warum die Zahlen für Deutschland so hoch sind, wollen die Wissenschaftler noch klä- ren. (JSF) www.focus.de 5 3/2015 JUGENDSCHUTZ FORUM O 3 -4/2019 Berlin Unbesetzte Stellen Sozialarbeiter werden in Berlin dringend ge- braucht. Allerdings fehlt es an Fachkräften. Allein in den Berliner Jugendämtern blieben im Juli 119 von 900 Stellen unbesetzt, wie tagesspiegel.de berichtet. Bezirksämter und freie Träger klagen, es gebe nicht ge- nügend Bewerber. Parallel dazu gehen ältere Mitarbeiter in Ruhestand, ihre Stellen können vielfach nicht neu besetzt werden. Das wahrscheinlich größte Problem ist die geringe Höhe der Vergütung von sozialer Arbeit. (JSF) Statistisches Bundesamt Weniger Inobhutnahmen Im Jahr 2018 führten die Jugendämter in Deutschland rund 52.600 vorläufige Maß- nahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen (Inobhutnahmen) durch. Wie das Statistische Bundesamt (destatis. de) weiter mitteilt, waren das knapp 8800 Fälle weniger als im Vorjahr (14 Prozent). Hauptgrund für diese Entwicklung ist der deutliche Rückgang an Inobhutnahmen von unbegleitet eingereisten Minderjährigen aus dem Ausland um rund 10.300 Fälle (46 Prozent). (JSF) Jugendschutz Schulen setzen auf Netzsperre In der Lehrerschaft stoßen Netzsperren auf breite Zustimmung. Fast ausnahmslos alle Lehrerinnen und Lehrer (99 Prozent) finden den Einsatz technischer Schutzmechanis- men an Schulen grundsätzlich sinnvoll. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 500 Lehrkräften im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Bitkom-Präsident Achim Berg sieht das anders: „Kinder und Jugendliche müssen vor gefährdenden Inhalten wie Gewalt, Pornografie und politischem Extremismus geschützt werden. Verbote allein bewirken hier aber meist das Gegenteil und machen Schülerinnen und Schüler überhaupt erst neugierig – das gilt auch für Netzsperren.“ Sein Vorschlag: Kinder- und jugendgefähr- dende Inhalte sollten in der Schule offen diskutiert und es sollte auf die Gefahren hin- gewiesen werden, so Berg. In diesem Zusammenhang nennt er als Vorbild die sogenannten Smart Schools, von denen bundesweit aktuell 41 existieren – und für deren flächendeckenden Ausbau der Bitkom eintritt. Hier ist die Vermittlung von Digital- und Medienkompetenz ein we- sentliches Lehrziel. (JSF) www.telecom-handel.de Kindeswohlgefährdung Höchster Anstieg seit 2012 Im Jahr 2018 haben die Jugendämter laut Statistischem Bundesamt bei rund 50.400 Kindern und Jugendlichen eine Kindes- wohlgefährdung festgestellt. Das waren 10 Prozent oder rund 4700 Fälle mehr als im Vorjahr. Den Angaben zufolge ist dies nicht nur der höchste Anstieg, sondern auch der höchste Stand an Kindeswohlgefährdungen seit Einführung der Statistik im Jahr 2012. Die meisten Kindeswohlgefährdungen sind laut Statistischem Bundesamt auf Vernach- lässigung zurückzuführen. (JSF) „JusProg“ Gericht kassiert KJM-Entscheidung Zu Unrecht habe die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Ju- gendschutz-Software „JusProg“ die Betriebserlaubnis durch die Selbstkon- trolle-Multimedia-Diensteanbieter (FSM) entzogen, stellte das Verwaltungs- gericht Berlin am 28. August im Zuge eines Eilverfahrens fest. Nach Auffas- sung der Richter ist die FSM-Anerken- nung der JusProg-Software nicht zu be- anstanden. Der Bewertungsspielraum sei nicht überschritten worden. Laut Verwaltungsgericht kann ein Jugend- schutzprogramm auch dann „geeignet im Sinne des Gesetzes sein“, wenn es nur für bestimmte Betriebssysteme ver- fügbar ist. (JSF) KJM bedauert Gerichtsentscheidung Die KJM bedauert die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin. Die KJM ist nach wie vor der Auffassung, dass der Gesetzgeber ein übergreifen- des Schutzkonzept intendiert hat und kritisiert, dass das Programm JusProg nicht plattform- und geräteübergrei- fend funktioniert. „Die Entscheidung des Gerichts hat zur Folge, dass Tele- medienanbieter bis auf Weiteres um- fassend privilegiert bleiben, obwohl kein wirksamer Schutz der Kinder und Jugendlichen vor entwicklungsbeein- trächtigenden Inhalten besteht,“ so Dr. Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der KJM. (JSF) wwwkjm-online.de Aktuelles

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