JSF22018i

„Technischer“ Jugendmedienschutz Jugendschutzprogramme für geschlossene Systeme Das Jugendschutzsystem der Spielekonsole „Nintendo Switch“ und die Altersbeschrän- kungen des Nintendo Account Systems eig- nen sich nach Meinung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) und der Unter- haltungssoftware Selbstkontrolle (USK) als Jugendschutzprogramme für geschlossene Systeme gemäß Jugendmedienschutz- Staatsvertrag (JMStV). Das gesamte Jugendschutzsystem der Nin- tendo Europe GmbH besteht aus mehreren miteinander verknüpften Einzelbestandtei- len. Eltern können den Zugang zu Spielen altersgerecht einstellen und darüber hinaus die Spielzeit ihrer Kinder bestimmen. Das System ermöglicht dabei sowohl die Sper- rung entwicklungsbeeinträchtigender Spiele als auch einzelne Konsolenfeatures. (JSF) 5 3/2015 JUGENDSCHUTZ FORUM O 3 2 8 Aktuelles Rückschau Benachteiligung und Radikalisierung KMK-Präsident Gewalttätige Schüler anzeigen Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Helmut Holter, will Gewalt gegen Lehrer an deutschen Schulen eindämmen. Er ermuntert betroffene Lehrer daher, die Täter anzuzeigen. „Wir müssen uns mit solchen Gewalttaten auseinandersetzen – verbale wie tätliche“, sagte Thüringens Bildungsminister laut spiegel.de . „Alle Fälle, die im Bereich des Straftatbestandes liegen, sollten zur Anzeige gebracht werden – auch wenn Kinder nicht strafmündig sind.“ Schüler müssten die Kon- sequenzen ihres Handelns spüren, empfahl der Linke-Politiker. Durch eine Strafanzeige würden sich Eltern und Schüler mit den Taten auseinandersetzen. (JSF) Dresden war in diesem Jahr (11. und 12. Juni) Gastgeber des Deutschen Präventionstages. Er gilt als weltweit größte Veranstaltung auf dem Gebiet der Kriminalitätsvorbeugung, mehr als 3000 Experten aus etwa 50 Län- dern nahmen teil. Sie debattierten vor allem über Gewalt und Radikalisierung. Bereits im Vorfeld wurde dazu eine „Dresdner Erklä- rung“ veröffentlicht. Soziale Benachteiligung ist aus Sicht der Experten ein wichtiger Fak- tor bei der Radikalisierung von Menschen. Dazu kämen geringe Bildung und Teilhabe sowie erlebte Ausgrenzungserfahrungen, heißt es in der Erklärung. Prävention von Gewalt und Radikalisierung müsse sich daher verstärkt darum bemü- hen, Angehörige sozial benachteiligter Be- völkerungsgruppen zu erreichen. Erich Marks, Geschäftsführer des Deut- schen Präventionstages, warb bei der Vor- stellung des Programmes für eine offene Debatte auch über Begleiterscheinungen der Migration. Mit ihr sei ein Anstieg der Ju- gendkriminalität verbunden, weil der Anteil junger Männer gewachsen sei. Zugleich sei- en Betroffene aber auch für Unterstützung empfänglicher. (JSF) Quelle: rtl.de Die „Dresdner Erklärung“ erhalten Sie unter www.praeventionstag.de/dokumentation Bundesministerin Franziska Griffey “Es braucht einen Dreiklang” Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Gif- fey (SPD) forderte auf dem Präventionstag einen Dreiklang aus Prävention, Reaktion und Repression. Neben Prävention müsse laut behoerden-spiegel.de auch auf eine konsequente staatliche Reaktion bei Fehlver- halten sowie auf Repression gesetzt werden. Zudem machte sie klar, dass Prävention nur gemeinsam gelingen könne und eine gesamt- gesellschaftliche Aufgabe sei. ( JSF) 80.000 Webseiten Kindesmissbrauch im Internet Der unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes- Wilhelm Rörig, hat vor Gefahren für Kinder im Internet gewarnt. „Durch das Netz ist die sexuelle Gewalt an Kindern in ganz neue Dimensionen vorgedrungen“, so Rörig auf der Seite saarbrücker-zeitung.de . Es gebe 80.000 Internetseiten, die Kinderpornografie anbieten würden. Über die Hälfte der darge- stellten Kinder sei unter zehn Jahre alt. (JSF) Videospiele Bezug immer mehr über Downloads Vier von zehn Videospielen (42 Prozent) werden als Download gekauft. Das gehe laut dpa aus Zahlen der Gesellschaft für Konsum- forschung GfK hervor. Im Vergleich zu 2016 (39 Prozent) sei das ein Anstieg um drei Pro- zentpunkte. Besonders PC-Spieler bezögen neue Titel oft als Download über Plattformen wie Steam, Uplay, GOG oder Origin. Acht von zehn Titeln landeten 2017 per Download auf den Rechner. Bei den Konsolen läge der Anteil bei 23 Prozent. (JSF) Kurz vor Redaktionsschluss l Die Kontrollen der vergangenen Jahre scheinen zu wirken: Geschäfte und Gaststätten nehmen den Jugendschutz beim Alkohol ernst. Erstmals gab es keinen Verstoß bei Testkäu- fen in Weil am Rhein (Baden-Württemberg). Als 2012 dort mit Testkäufen begonnen worden war, gab es bei zwölf kontrollierten Betrieben elf Verstöße (badische-zeitung.de) . l Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 18. Juni ihren neuen Krankheitskatalog veröffentlicht und darin Computerspielsucht als „eigenständige Diagnose“ anerkannt. „Ga- ming Disorder“ wird im sogenannten ICD-11-Katalog erstmals als eigene Störung anerkannt. Welche Kriterien gelten für die Störung und was bedeutet der Schritt für Deutschland? Die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung (sueddeutsche.de/gesundheit ) (siehe Seite 10).

RkJQdWJsaXNoZXIy MTQ0NDgz